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Thema 27: Zerstörung von Thayngen

"Wie die vyend denen von Schaffhusen vil schadens zufügtend und Tägingen verbranntend"

Die Kirchhofmauer von Thayngen ist gebrochen, nun wird der wehrhafte Turm der Kirche gesprengt. Ein Vater springt mit seinem Knaben aus einem raucherfüllten Turmgeschoss. Im Vordergrund schwäbischer Adel, gegen den Horizont erheben sich die typischen Hegauer Burgen auf ihren Vulkankegeln.

 

25. Juli 1499

Für die ersten Hegauerzüge rächen sich die Schwäbischen mit Einfällen ins Gebiet um Schaffhausen. Die Tapferkeit der 14 Schaffhauser, die sich im starken Turm der Pfarrkirche verschanzt haben, wird auch von Götz von Berlichingen beschrieben, der auf schwäbischer Seite Augenzeuge ist: "Nun warenn ettliche Schweitzer von Schaffhausen herrauss khommen, in dennselbigen kirchthurnn, die wertten sich und woltenn sich nit gefangenn gebenn, sunder sagtenn, sie wolltenn sterbenn, als wie fromme aidsgenossen... und wertten sich in der kirchenn dermassen, dass sie vill vonn adell und unedel zu ross und zu fuess erwurffen und erschossen..." In seinen Erinnerungen erwähnt Ritter Götz auch den Vater, der beim Sprung aus dem Kirchturm stirbt, während sein Kind überlebt. Wie Götz seine Biografie niederschreibt, kann er nicht ahnen, dass ihm ein gewisser Herr von Goethe nach Jahrhunderten zu neuer Bekanntheit verhelfen wird.