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Thema 26: Die Beute von Dornach

"Wie dazemal minen Herren von Lucern eine grosse Büchsen und ein Zeichen Zürch am hymmel gesahen wart"

Das den Luzernern zugesprochene Beutegeschütz wird durch das Baseltor geführt. Gegenüber der meist bläulichen Farbe der eisenen Feldschlangen zeigt die rotgoldene Färbung des Rohres eine aus Bronze gegossene Kartaune an. Diebold Schilling zeigt und beschreibt auf dem gleichen Blatt auch einen Kometen, der am Vortage der Schlacht über Zürich beobachtet wird. Das ist ihm wohl kein eigenes Kapitel wert, als Beigabe zum Einzug des Beutegeschützes mag die Erscheinung auch am Luzerner Himmel taugen.

 

Ende Juli 1499

Nach der Luzerner Chronik brauchte es zwölf Pferde, um das schwere Belagerungsgeschütz von Dornach an die Reuss zu schaffen. Ein Teil der Dornacher Geschützbeute wird den arglosen Eidgenossen schon auf dem Wege nach Liestal von Reitern der welschen Garde wieder abgejagt. Der Rest, immerhin 21 Geschütze, wird zuhanden der Tagsatzung in ein genaues Register aufgenommen. Von den drei schweren Belagerungsgeschützen ist eine Kartaune als "gross mössn Karton" beschrieben, das könnte unser Luzerner Geschütz sein. Es wiegt 27 Zentner, also etwa 1400 Kilogramm, hat eine Rohrlänge von 1.58 Meter und ein Kaliber von 20 Zentimeter. Als reines Belagerungsgeschütz vermag es 10 Kilogramm schwere Steinkugeln über 300 Meter weit zu schleudern. Wir suchen das schöne Stück eines Innsbrucker Meisters vergebens in den Luzerner Museen: Wie alle Bronzegeschütze jener Zeit verschwindet das Rohr mit dem Reichswappen und dem Bindenschild Österreichs irgendwann im Schmelztiegel eines Glocken- und Geschützgiessers.