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Thema 19: Dritter Hegauerzug und Belagerung von Stockach

"Wie man in das Hege zoch, das brant und sich demnach vor Stockach leit"

Die Hegauer Landschaft ist geprägt von aufragenden Vulkankegeln, auf denen schwer zugängliche Burgen wie Hohentwiel und Hohenkrähen sitzen. Schilling zeigt diese typischen Hegauerburgen auf ihren Feldtürmen. Der Rauch brennender Burgen verdunkelt den Himmel. An ihren Fähnlein lassen sich die Teilnehmer an dieser Unternehmung erkennen: Die fünförtige Urschweiz und Zürich.

 

20.–28. Mai 1499

Einmal mehr nimmt ein Kriegszug nicht den Verlauf, den die Tagsatzung vorgegeben hat. Nach Meinung der Tagherren soll der Feind von der Insel Reichenau und aus der Burg Gottlieben vertrieben und Überlingen eingenommen werden. Mannschaft und Hauptleute im Felde entscheiden dann anders. Die Küssaburg wird erneut besetzt, in Homburg, Friedingen, Hilzingen und Steisslingen gehen Burgen und Dörfer in Flammen auf. Reiche Beute gibt es auf dem Schloss Homburg, wo 10’000 Gulden rasch neue Eigentümer finden. Dann legen sich die Eidgenossen mit ein paar Geschützen vor die Stadt Stockach, die sich tapfer wehrt. Mangel an Pulver und Steinen verzögert eine wirksame Beschiessung, und Mangel an "ässiger spis" lähmt den Elan der eidgenössischen Knechte, denen das Beutelaufen in den umgebenden Dörfern ohnehin besser gefällt als das langweilige Garnisonsleben bei der Belagerung. So laufen die Eidgenossen schon bald und ohne Ordnung aus dem Felde, nachdem sie im Hegau mit Plünderung und Brand abermals so gewütet haben, "daz das Hegow deshalb gantz zu nüty" geworden ist