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Thema 17: Geschützlieferung des Königs von Frankreich

"Wie gemein Eitgnossen zu dem küng von Franckerich schicktend umb sin geschütz"

Solothurn ist zwar nicht vom Stadtbild her, aber doch mit der im Hintergrund mäandrierenden Aare und dem Wappen über dem Tor zu erkennen. Drei mit den königlichen Lilien geschmückte Steinbüchsen sind eben angekommen. Der zweispännige Zug bestätigt, dass es sich nicht um einfache Feldschlangen handelt, die meist mit einem Pferd bewegt werden. Die hinteren zwei Stücke haben hölzerne Richthörner auf den Lafetten, um die Rohre in der Höhe verstellen zu können. Das vorderste Geschütz mit kurzem, dickem Rohr sitzt als reines Belagerungsgeschütz fest auf seinem Untergestell.

 

Anfang Mai 1499

Die 100 Geschütze samt "stein, bulver und büchsenmeistern", mit denen der französische König Ludwig XII. die Eidgenossen unterstützt, zeigt erstmals das europäische Interessengeflecht rund um den Schwabenkrieg: Der Habsburger Maximilian hat 1477 Maria geheiratet, die Erbtochter Karls des Kühnen von Burgund, und damit fast drei Jahrhunderte der Feindschaft zwischen Frankreich und Österreich begründet. Mit seiner zweiten Ehe von 1493 mit der Nichte des Herzogs Lodovico Sforza sichert sich Maximilian seinen Einfluss in Mailand. Damit gilt es für die begehrten Schweizer Söldner, sich zwischen den zwei Machtblöcken Frankreich und Österreich-Mailand zu entscheiden. Der Konflikt von 1499 mit dem römischen Reich und Österreich nützt den Plänen Frankreichs, das sich des Herzogtums Mailand bemächtigen will. Ludwig XII. hilft daher den Eidgenossen gerne mit Geld und geliehenen Geschützen, den Krieg zu verlängern.