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Thema 15: Schlacht bei Frastanz

"Wie die Schwäbschen gan Frastitz in die Letze zugend, und die Eitgnossen das vernamend, schnell dahin zugend und die gewunend und ein grosse schlacht tatend"

Der Chronist kannte die dargestellte Landschaft wohl nicht aus eigener Anschauung. Aber die Stadt im Hintergrund zeigt sicher Feldkirch, überhöht von der montfortischen Schattenburg. Vorne das schwäbische Lager mit Zelten und königlichen Fahnen, gedeckt durch die Letzi, die mit Palisaden und Rundholz-Blockbauten das Engnis des Illtales sperrt. In der Blockkonstruktion Scharten für Hakenbüchsen. Während vorne gekämpft wird, sind im Mittelgrund die Fähnlein der Eidgenossen im Aufzug gezeigt. Der Maler will auch den Verbündeten die Ehre antun und zeigt rechts die Bündner unter dem Steinbock des Gotteshausbundes, aber auch die Appenzeller und Sankt Galler mit ihren Bären. Vorne links mit roter Hauptmannsschärpe der gefallene Anführer Heini Wolleb, mit seinen gelb-schwarzen Beinkleidern als Urner kenntlich gemacht.

 

20. April 1499

Der Ostereinfall der Königlichen ins Werdenbergische ruft Eidgenossen und Verbündete erneut ins Rheintal. Die königlichen Truppen lagern im Illtal, das durch eine starke hölzerne Letzi in der Talenge hinter Feldkirch gut gegen Einfälle geschützt ist. Ein Frontalangriff gegen die mit vielen Hakenbüchsen und sieben kleinen Geschützen bewehrte Feldbefestigung scheint zu riskant. Ein mehrtägiger Versuch, die Königlichen mit einer erneuten Beschiessung der Burg Gutenberg aus ihrer sicheren Stellung hinaus in die offene Feldschlacht zu locken, misslingt. Unter Führung des Urner Hauptmanns Heini Wolleb, der mit seinem Überfall auf Balzers die Kriegshändel eröffnet hat, steigen etwa 2000 Mann als Umgehungskolonne durch einen unwegsamen Steilhang. Der Gegner hat eine solche Aktion erwartet und die Höhen des Rojenberges besetzt. Während sich Wollebs Haufen talwärts vorkämpfen, gelingt es auch dem eidgenössischen Hauptharst, auf der linken Talseite hinter die Letzi zu gelangen. Die nun einsetzende Feldschlacht, die auch von Augenzeugen sehr unterschiedlich geschildert wird, wendet sich zu Gunsten der Eidgenossen, die zahlenmässig den Königlichen überlegen sind. Einheitlich wird dagegen berichtet, dass die zur Schneeschmelze hochgehende Ill den Sieg begünstigt hat. Mit Heini Wolleb aus Urseren fällt bei Frastanz der bekannteste eidgenössische Führer des Schwabenkrieges.