zurück Inhalt weiter

Thema 8: Der Verlust zweier luzernischer Feldschlangen beim Überfall auf Ermatingen

"Hie wurdent minen heren von Lucern in der brunst zu Ärmenthingen zwo büchsen von vyenden genomen, darmit sy ein cleine wil gross fröud vergäben hattend"

Schwäbische Truppen mit dem Andreaskreuz im Fähnlein beim bespannten Abtransport der beiden Geschütze, auf denen deutlich der blau-weisse Luzerner Schild erkennbar ist. Die "halbe schlang" war das meistgebrauchte Geschütz des Schwabenkrieges, unter den 61 Beutegeschützen der Eidgenossen sind 38 Halbschlangen.
Ein paar Mittelwerte:

  • Gewicht 285 kg
  • Kaliber 48 mm
  • Lauflänge 176 cm
  • Schussfolge 2–3 min

 

11. April 1499

Auf Wunsch der Hauptleute im Feldlager von Schwaderloh hat Luzern zwei Feldschlangen an den Vorposten bei Ermatingen abgegeben, damit dieser das gelegentliche Geschützfeuer von der nahen Insel Reichenau erwidern kann. Der Verlust der durch Sorglosigkeit verlorenen Luzerner Stücke wird als Schmach empfunden, der Versuch, sie dem Feinde wieder abzugewinnen, führt zur folgenschweren Schlacht von Schwaderloh. Auf der Luzerner Kapellbrücke erinnern noch heute drei Bildtafeln mit Reimen an die Episode der zwei Geschütze. Wegen der damaligen Bekanntheit des kleinen Dorfes als Standort des eidgenössischen Feldlagers wird Schwaderloh oder Schwaderloch schon früh auch als Schlachtort genannt, das tatsächliche Schlachtfeld aber liegt bei Triboltingen, über eine Wegstunde von Schwaderloh entfernt.