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Thema 7: Überfall auf das Dorf Ermatingen am Untersee durch Truppen aus Konstanz und von der Insel Reichenau

"Wie die armen lütt zu Armenthingen von denen, so zu Costentz und in der Ow lagend, überfallen wurdendt"

Schwäbische Kriegsknechte von der nahen Insel Reichenau landen in Ermatingen.

 

11. April 1499

Am frühen Morgen des 11. April beginnt in Konstanz eine grössere militärische Aktion gegen den Thurgau. Über 5000 Mann schwäbische Fusstruppen und Reiterei mit umfangreichem Tross und 17 Geschützen ziehen nach Ermatingen, wo schon im Morgengrauen schwäbische Knechte von der Insel Reichenau gelandet sind. Sie erstechen 73 Einwohner und wenig wachsame Eidgenossen "in betten", der Rest flieht. Das Plündern und Brandschatzen der drei Dörfer Mannenbach, Triboltingen und Ermatingen bringt unerwartet reiche Beute. Nach allgemeinem Kriegsbrauch werden im Feindesland Kirchen, Kirchengut und Priester geschont. Das gilt nun auch nicht mehr: In der Kirche werden die "cleinodt und gotzzierd" geraubt und mit "priestern, frowen und kindern mutwillens genug getribent". Bevor der Kriegszug in den Thurgau fortgesetzt wird, muss erst einmal die Beute des ersten Tages im nahen Konstanz in Sicherheit gebracht werden.